• Bad Lobenstein

Bad Lobenstein liegt am Rande des Thüringer Schiefergebirges und den Ausläufern des Frankenwaldes in einem waldreichen Gebiet.
Der Ort ist von sieben Hügeln umgeben und liegt im Gebiet der Saale-Talsperren.
Im 12. Jh. wurde die Burg durch die Herren von Lobdeburg gegründet. Sie war Bestandteil eines Burgengürtels am Westufer der Saale, welcher eine fränkisch-germanische Grenzbefestigung gegen slawische Volksstämme bildete.
Erstmals wird der Ort 1250 urkundlich erwähnt und 1371 erhält Bad Lobenstein das Stadtrecht. Der Sage nach soll Bad Lobensteins Name daher rühren, dass Kaiser Ludwig der Bayer (1313-1347), als ihm bei einer Jagd ein verlorengegangener Hund wiedergebracht wurde, ausgerufen haben soll: "der Stein ist zu loben, wo man das Tier fand". Um 1370 soll der Hundekopf in das Stadtwappen von Bad Lobenstein aufgenommen wurden sein.
Seit 1425 befand sich auf der Burg ein großes in Nürnberg gegossenes Geschütz, Kaliber 36,5 cm, das bis zum 30-jährigen Krieg als Besonderheit galt.
1509 hat Bad Lobenstein eine Burg und 130 Häuser.
Nach dem Aussterben der Vögte von Gera ging die Burg an die burggräflich-meißnerische Linie der Vögte von Plauen; nach deren Aussterben kurzzeitig an Reuß älterer Linie. Ab 1597 bis 1918 gehörte Bad Lobenstein zu Reuß jüngerer Linie.
Im 30-jährigen Krieg wird die Burg völlig zerstört, nur der 30 m hohe Bergfried und der Turmstumpf mit Verliesschacht blieben erhalten. In den Turm wurde eine Tür eingebaut. Die Wandstärke beträgt an dieser Stelle 3,25 m. Es entstand ein sehr schöner Aussichtsturm. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf die waldreiche Umgebung und die Stadt. Der Turmstumpf wurde saniert und wird jetzt zu verschiedenen Veranstaltungen des Regionalmuseums genutzt.
Unterhalb des Bergfrieds befindet sich ein im 18. Jh. erbautes Barockhaus, wo das Forstamt untergebracht war. Seit Mitte der 80er Jahre befindet sich hier das Regionalmuseum. Das "Alte Schloss", das sich auch unterhalb des Turms befand, wurde 1714 durch einen Brand zerstört. Der nicht zerstörte Teil wurde als Mälzerei genutzt.
Vier verheerende Brände verwüsteten die Stadt, so dass nicht viel mittelalterliches übrig geblieben ist. Den Grundstein für ein neues Schloss legte der Sohn des Hauses Reuß-Lobenstein, Heinrich XV. (1674-1739), außerhalb der nach dem Brande noch intakten Stadtmauern.
Schloss und Park
Schloss und Park
1718 wurde das Gebäude fertiggestellt. Für das erste Viertel des 18. Jh. war das ein sehr progressiver Bau. Im Nord- und Südflügel befanden sich die Appartements des Grafen und der Gräfin Reuß-Lobenstein.
Ende des 18. Jh. erhielten Decken und Wände feine Zopfstilelemente. Die Fenster an der Nordseite boten den fürstlichen Bewohnern einen Blick auf den gepflegten Barockgarten, dem sogenannten Herrengarten. Die früher vorhandene romantische Insel des Schlossteiches wurde leider beseitigt. Die umfassende Sanierung des Schloss- und Kurparks 1996/97 gab dem Park seine sachliche Eleganz wieder, einschließlich der für Thüringen einzigartigen Kriegerdenkmalarchitektur.
In Sichtweite des Schlosses befindet sich auch ein Parkpavillon, der 1746 errichtet wurde. Auf der Westseite des Schlossplatzes ist die Schlosswache. Die dort stationierten Reuß-Lobensteiner Gardisten in rot - weißen Uniformen bewachten das Schloss und die gräfliche, später fürstliche Familie. Heute befindet sich hier die Stadtgalerie. Bis 1824 war das Neue Schloss Residenz des Fürstentums Reuß j. L. Lobenstein-Ebersdorf.
Die dem heiligen Michael geweihte Stadtkirche wurde um 1400 das erstemal erwähnt. Aufgrund der Brände kann sie auf viele Bauetappen zurückblicken. Mit Errichtung des Schlossneubaus wurde die Stadtkirche zugleich Hofkirche. Das Schloss besaß keine eigene Kapelle. 1863 wurde die St. Michaelis Kirche das letzte Mal neu aufgebaut. 1977 wurde die Kirche renoviert und vom Ebersdorfer Bildhauer Friedrich Popp wurde eine Altarwand geschaffen nach griechischer und ägyptischer Enkaustik-Technik.
Das heutige Fremdenverkehrsamt ist in einem Gebäude untergebracht, das uns auch wieder an die Reußenzeit erinnert. In diesem Gebäude befanden sich die Reisekutschen des Fürsten.
Brunnen und Rathaus am Markt
Brunnen und Rathaus am Markt
Sehenswert ist auch das Rathaus, das im 14. Jh. erbaut wurde. Durch die Stadtbrände unterlag es zahlreichen baulichen Erneuerungen. Die Figuren an den Außenwänden aus dem 16. Jh. stellen die für diese Zeit typischen Berufe in dieser Gegend dar - Bauern, Jäger und Schäfer. Auch das Hundewappen finden wir hier wieder. Unterhalb der Rathausuhr fällt eine merkwürdige Gestalt ins Auge. Ein Mann pisst in ein Spundloch eines Fasses, im Volksmund "Fäßlesecher" genannt.
In der Hofseite des Rathauses befindet sich ein eingemauerter Sandstein mit dem Wappen Reuß-Plauen und der Jahreszahl 1730. Das Wappen blieb nach dem Brand von 1862 erhalten und wurde beim Bau des neuen Rathauses (1864/1865) wieder eingefügt. Den Marktplatz ziert seit 1994 wieder ein Marktbrunnen, mit einer Plastik des Künstlers Ulrich Holland, die drei Bracken darstellt.

Die über 150-jährige Kurtradition von Bad Lobenstein ist zurückzuführen auf die Mineralquellen, die anfänglich von den umliegenden Fürstentümern zu Trinkzwecken gebraucht wurden. Bis zur Residenz nach Osterstein hat man das eisenhaltige Wasser mit Pferdegespannen transportiert. Erstmals untersucht wurde das Wasser im 18. Jh. Das Zwergfürstentum Reuß Lobenstein-Ebersdorf sah eine Erwerbsquelle. Man begann 1839 den Badebetrieb. Aber es kamen zu wenig Gäste in das kleine Fürstentum und der Kurbetrieb musste wieder schließen.
Erst dem Lobensteiner Arzt Dr. Aschenbach glückte es, ein Kurbad zu gründen. Er ließ die Quellen untersuchen und stellte fest, dass es reine Eisenkarbonatquellen waren. Eine weitere günstige Voraussetzung für den Kurbetrieb waren die Hochmoore des Franken- und des Thüringer Waldes. 1868 nannte sich Lobenstein dann offiziell Moorbad. 1898 weilten hier 325 Kurgäste.
Seit 1994 existiert eine Median Rehabilitationsklinik für Orthopädie und Psychosomatik. 1997 wurde die Lobensteiner Thermalquelle eingeweiht.

Rund um Bad Lobenstein gibt es zahlreiche Wander- und Erholungsmöglichkeiten. Nur 8 km von Bad Lobenstein entfernt beginnt in Blankenstein der 168 km lange und bekannteste Höhenwanderweg in Deutschland - der Rennsteig.
Durch den Ortsteil Saaldorf ist Bad Lobenstein Anlieger an der Bleilochtalsperre, ideal für Wasserfreunde.

 

Ausflüge

"Technisches Schaudenkmal Gießerei Heinrichshütte" in Wurzbach.

Die Schaugießerei hat jährlich Tausende interessierte Besucher. Die im Schiefergebirge vorhandenen Eisenerze ermöglichten die Entstehung des Bergbaus und der Hüttenwerke. In der Umgebung von Bad Lobenstein, Wurzbach und im oberen Saaletal wurde man fündig. Im Raum Wurzbach errichteten Österreicher in der Mitte des 15. Jh. eine kleine Eisenhütte. Durch Wasserkraft wurden die Blasebalge und Hämmer betrieben. 1640 wurde die Eisenhütte von der Nürnberger Hammerwerks-Aktiengesellschaft übernommen. Die reußischen Fürsten waren Teilhaber dieser Aktiengesellschaft. Daher auch der Name "Heinrichshütte". Zu Beginn des 18. Jh. gab es in Wurzbach 6 Hammer- und Hüttenwerke. Heute ist die Hütte Schaudenkmal. Durch die Vorführungen bekommt man einen Einblick in die Geschichte des Bergbaus und Hüttenwesens um 1800. Eine Kostbarkeit des Museums ist auch die größte und stärkste Dampfmaschine Europas - eine 15.000 PS Vierzylinder-Zwillings-Tandem-Walzenzug-Dampfmaschine.
Berg- und Schieferstadt Lehesten.

Da man sich im Schiefergebirge befindet, sollte man sich unbedingt auch einmal ein historisches Schieferbergwerk ansehen. Der Ort Lehesten bietet dazu die Gelegenheit. Der blaue Stein, der im Gebiet Lehesten seit dem 13. Jh. abgebaut wurde, ist das Ausgangsmaterial für den weltbekannten Dach- und Wandschiefer. Dieser Calmschiefer entstand vor etwa 300 Mill. Jahren in der Karbonzeit. Der Schiefer wird auch das "blaue Gold" Thüringens genannt. In einem historischen Schieferbergwerk kann der Besucher den Werdegang der Herstellung des Dach- und Wandschiefers kennen lernen. Einzelne Arbeitsschritte können sogar eigenhändig nachvollzogen werden. Das Denkmal liegt in einem Naturschutzgebiet. In der Lehestener Kirche, in der bereits 1530 Dr. Martin Luther predigte, befindet sich die größte Schiefertafel der Welt. 1874 wurde in Lehesten eine Schiefertafelfabrik gegründet, die erstmalig Tafeln mit Lineatur herstellte. Die Schiefertafel ist sicher der älteren Generation aus der Schulzeit bekannt.


Surrounded by wooded hills and mountains, Lobenstein is situated in the southern Thuringian Slate Range.
Approaching Lobenstein, the visitor at once observes the "Old Towe", the landmark of the town, on top of a mountain. Beneath the "Old Tower" is the local history museum and the "Old Castle", part of which burned down in 1714. A new castle was built and sprawling park laid out around it. The castle was the residence of the Lobenstein branch of Reuss, Younger Reuss line. (Reuß-Lobenstein, Jüngerer Linie).
Lobenstein is an ideal starting point for outings. Day trips and weekend journeys to the Thuringian slate mountains, the Thuringian Forest, the giant dams on the Saale River, the Rennsteig, the Höllenthal valley, the Franconian Forest and the valley of the Wild Rodach are recommended.
  • Castle and Fürelloher Park at Ebersdorf
  • Technical monument "Heinrichshütte" at Wurzbach
  • Bleiloch dam on the Saale River
  • Stone Rose near Saalburg
  • Boader aera open air museum at Mödlareuth

© Die abgebildeten Bilder wurden uns freundlicherweise von der Stadtverwaltung Lobenstein zur Veröffentlichung überlassen.
Blick zum Alten Turm
Blick zum Alten Turm
Stadtansicht mit Schloss
Stadtansicht mit Schloss

Residenz der Reußen

Bis 1918 gehörte Lobenstein zu Reuß jüngerer Linie und war von 1647 bis 1824 Residenzsitz des Fürstentums Reuß-Lobenstein. Den Grundstein für das 3- flüglige Barockschloss legte Heinrich XV. im Jahre 1714, nachdem der bisherige Schlossbau am Burgberg einem Stadtbrand zum Opfer fiel. Mit der Fertigstellung 1718 wurden Nord- und Südflügel des Schlosses durch die fürstliche Familie genutzt. Zahlreiche Umbauten und Umnutzungen, beginnend im 19. Jh., haben der historischen Substanz des Schlosses erheblich zugesetzt. Ab dem Jahre 1994 begann man mit der sehr aufwendigen Sanierung des "Neuen Schlosses". Bad Lobenstein erhielt ein städtebauliches und geschichtsträchtiges Juwel zurück, das an das besondere Flair einer der sicher kleinsten deutschen Residenzstädte erinnert. Beeindruckend ist der mit wertvollen Stuckarbeiten ausgeschmückte Festsaal im Südostflügel. Der Blaue und der Grüne Salon faszinieren ebenso mit außergewöhnlichen Stuckelementen. In diesen Sälen finden u.a. Konzerte mit internationalen Künstlern, Lesungen, Vorträge und auch Trauungen statt. Die Räume im Mittelbau beherbergen neben dem Kaminzimmer einen Seminarraum. Sehenswert ist auch die Ausstellung zur Geschichte des Fürstenhauses Reuß j. L. mit einer umfangreichen Münzsammlung.
Stadtinformation Bad Lobenstein
Stadtinformation
Bad Lobenstein
Pavillon im Kurpark
Pavillon im Kurpark

Interessant

Zu den bekanntesten Söhnen der Stadt gehört der Lobensteiner Christian Gottlieb Reichard (1758-1837), Kartograf und Geograf. Über 50 Jahre war er Stadtschreiber in Lobenstein. Als die Truppen Napoleons durch Lobenstein zogen, wollten sie den Kartografen in den Dienst Napoleons stellen. Ein Freund täuschte vor, er läge im Sterben. Von Reichard stammt der Atlas des ganzen Erdkreises, der 1803 in Weimar herausgegeben wurde.
Alexander v. Humboldt schrieb, dass er nicht begreift, wieso Reichardt aus diesem kleinen Städtchen im reußischen Vogtland so eine Leistung vollbringen könnte. Er hat nie einen größeren Fluss als die Saale gesehen und hat den Lauf afrikanischer Flüsse entdeckt.

Fäßlesecher

In jeder Tuchweberstube stand früher ein Urinfass, dessen Inhalt zum Tuchwalken benutzt wurde.
 Bad Lobenstein
Bad Lobenstein
Blick zur Saale
Blick zur Saale
Information
Stadtverwaltung Bad Lobenstein, Stadtinformation
Graben 18
07356 Bad Lobenstein
Tel.: 036651 2543
Fax.: 036651 2543
stadtinfo@bad-lobenstein.de
www.bad-lobenstein.de